Wer sein volles Potential zur Steigerung der Energieeffizienz heben möchte, braucht Transparenz über den Energiefluss im Unternehmen - und nicht nur über den Energieverbrauch der Anlagen.
Es geht darum, den Energieverbrauch aus Prozess-Sicht zu verstehen. Grundlage dazu ist der Produktionswertstrom für die Hauptprodukte, der mit Lean-Management Methoden erstellt wird. Dieser wird um das Thema Energie mit den Untergruppen Strom, Druckluft und Gas/Öl pro Prozessschritt erweitert. Damit wird beispielsweise ersichtlich, wie viel Strom (und umgerechnet auch CO2) jeder einzelne Produktionsprozess eines Produkts pro Stück verbraucht. Summiert ist damit auch eine Aussage möglich, wie viel Energie pro Produkt und Stück aufgewendet wurde. Diese hohe Transparenz macht klar, welche Prozesse die größten Hebel sind. Und es ist ein Novum für die allermeisten Firmen.
Der Energieverbrauch kann nun auf vielfältige Weise reduziert werden.
1. Reduzierung der Lean-Verschwendungen
Lean-Verschwendungen („Muda“) wirken sich direkt oder indirekt auf den Energieverbrauch aus. Diese kosten i.d.R. keine Investitionen.
2. Intelligente Verknüpfung von Anlagen/Verbrauchern
Dies kann z.B. wie die Synchronisierung einer Absauganlage mit dem Sägeprozess oder die effektive Nutzung von Abwärme sein. Aber auch das Spitzen- und Grundlastmanagement gehören hier dazu.
3. Reduzierung des Verbrauchs an einzelnen Verbrauchern
Optimale Betriebspunkte der Antriebe und Pumpen, Stand-By Optimierungen oder intelligentes An- und Herunterfahren sind nur einige Beispiele der vielfältigen Möglichkeiten.
Der Energiewertstrom ist ein ideales Werkzeug, da er hilft die wahren Ursachen (Organisation, Prozess, Technologie) zu erkennen und auch als Werkzeug zur kontinuierlichen Verbesserung dient. Die Möglichkeiten von Maßnahmen ohne Investitionen werden meist unterschätzt. Dazu bedarf es aber einer ganzheitlichen Betrachtung der Abläufe und die Nutzung der Kreativität und des Engagements von Mitarbeitern und Führungskräften.



