13. Dezember 2011

Zurzeit haben es Banken und Rating Agenturen sicherlich schwer.
Ein Beispiel, daß es auch anders geht liefert Standards&Poor und die Eisenberger Ethikbank.
Das Rating der Eisenberger Ethikbank wurde von A+ auf AA- angehoben. Das gab der Bundesverband der Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) diese Woche bekannt. Damit erhält die genossenschaftliche Finanzgruppe von S&P die höchste Bonitätseinschätzung unter Deutschlands Banken, die nicht in Staatsbesitz sind. Die Ethikbank ist eine Tochter der Volksbank Eisenberg.
Der Vorstandsvorsitzende der Ethikbank, Klaus Euler“ …Die Krise hat gezeigt, dass langfristiges, in die Zukunft gerichtetes Denken der einzige Garant für wirtschaftliche Stabilität ist. Das hat nun auch Standard & Poors erkannt.” Nach Meinung von Euler werden die Finanzmärkte in den nächsten Jahren eine lange Durststrecke und einen tiefgreifenden Wandel erleben.
Die im Jahr 2002 gegründete Eisenberger Bank investiert das Geld ihrer Kunden für Mensch und Natur. Grundlage für alle Geschäfte sind ihre sozialökologischen Anlagekriterien.
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14. November 2011

BWA Journal, 3/2011
Aus einem Interview mit dem Bundesumweltminister Dr. Röttgen
Der Bundesminister betont, daß die Energieeffizienz eine Kernfrage der Energiewende ist. So kalkuliert die Bundesregierung mit einer Stromverbrauchssenkung von 10% bis zum Jahre 2020. Ohne diese Effizienzsteigerung sei die Energiewende nicht zu schaffen bzw. würde bedeuten, daß rund 10 große Kraftwerksblöcke gebaut werden müssen oder daß mehr (Atom-) Strom aus dem europäischen Ausland importiert werden müßte. Daneben soll der Anteil erneuerbaren Energien von 20% auf 35% bis 2020 ausgebaut werden.
Die Aussagen zur zukünftigen Entwicklung der Strompreise bleiben vage und damit ungewiß. Dr. Röttgen: „Klar ist: Die Energiewende ist nicht umsonst zu haben. Aber genauso klar ist: Sie wird nicht unbezahlbar.“
Weiterhin wird die Netzwerkstabilität wird von vielen Fachleuten aufgrund der Abschaltung von sieben Meilern und der größeren Schwankungen in Frage gestellt. Jedoch kommt die Bundesnetzagentur zu dem Schluß, daß es nicht nötig sein wird, ein Kernkraftwerk als Reserve für die beiden kommenden Winter bereitzuhalten. Dr. Röttgen: „Nach den sehr sorgfältigen Recherchen der Bundesnetzagentur ist ein “black out” in Deutschland selbst in Zeiten höchster Belastung auszuschließen.“
Zum Thema Förderung von Kohle- und Gaskraftwerken und Klimaziele: Dr. Röttgen: „Es bleibt ganz ausdrücklich dabei: Wir wollen bis zum Jahr 2020 die Treibhausgasemissionen um 40 Prozent senken und dann wird es stufenweise weitergehen bis 2030 um 55 Prozent, bis 2040 um 70 Prozent und bis 2050 um 80 bis 95 Prozent. Maßstab ist in allen Fällen das Jahr 1990.“ Diese ambitionierten Ziele sollen zu einem wesentlichen Teil durch Investitionen in hocheffiziente und flexible Kraftwerke erreicht werden.
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14. Oktober 2011

Marcel Hofer
Wer treibt eigentlich die Initiativen zur Reduzierung von Energieverbräuchen und Verringerung von des Ressourcenverbrauchs in Unternehmen?
In den meisten Unternehmen sieht das so aus: Es gibt einen Umweltbeauftragten, vielleicht sogar noch einen Energiemanager. Dieses sind Stabsfunktionen oder werden gar vom „Facility Manager“ wahrgenommen. Wenn das Unternehmen gut ist, dann gibt es noch eine KVP Organisation, die aus Prozess-Sicht die Abläufe optimiert und z.B. Kaizen-Workshops organisiert. Energiekosten und Umweltgesichtspunkte sind also nicht in den KVP Prozess integriert und beschränken sich in der Praxis meist auf Initiativen der Geschäftsführung oder von Einzelpersonen. Aus Produktionssicht sind das Zusatzaufgaben, die neben den KVP Aufgaben auch noch dazukommen und verständlicherweise erst mal auf wenig Begeisterung stoßen. Damit werden die Anstrengungen zur Energiekostensenkungen und zur Umweltfreundlichkeit nicht von den Mitarbeitern getragen.
Der Punkt ist, daß wir für eine Reduzierung z.B. der Energiekosten zum einen die Mitarbeiter brauchen und zum anderen die Prozesse verstehen müssen. Alle Lean-Verschwendungsarten können auch zur Reduzierung von Energie- und Umweltbelastung genutzt werden. Dieses Potenzial können wir aber nur heben, wenn Lean-Experten mit Energie- und Umweltexperten zusammenarbeiten und dabei auch die Mitarbeiter einbinden.
Sonst reduzieren wir die Umweltkosten so, wie vor dem Siegeszug des Lean-Thinking Unternehmen optimiert wurden: durch den Glauben, daß Investitionen in Technik und Maschinen der sicherste Weg ist, die Effizienz zu steigern und die Kosten zu senken. Wir haben mittlerweile im „Lean-Bereich“ gelernt, daß dramatische Verbesserungen möglich sind, wenn wir uns auf die Verschwendung konzentrieren und die Kreativität der Mitarbeiter nutzen. Es war ein klarer Paradigmenwechsel. Die gewonnene Flexibilität und die drastisch reduzierten Herstellkosten machten sogar neue Geschäftsmodelle möglich und sicherten zahlreichen Unternehmen das Überleben.
Für die Umwelt- und Energiethemen stehen wir am Anfang dieses Lernprozesses. Wer jetzt handelt, kann sich allerdings auch einen erheblichen Wettbewerbsvorteil verschaffen.
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