Die Gewinner des Lean & Green Management Awards 2016

16. August 2016

Führung ist ein zentrales Erfolgskriterium für nachhaltige Effizienz. Darüber waren sich beim diesjährigen „Lean & Green Management Award“ alle einig.  Die Award-Gewinner 2016 zeichnet aus, dass sie die hohen Anforderungen im Lean-Management sowie im Umwelt- und Energiebereich optimal zusammenführen – und ihre Mitarbeiter dafür begeistern können. Auch leisten Digitalisierung und Vernetzung der Wertschöpfung einen wesentlichen Beitrag auf dem Weg zur „maximalen Ressourceneffizienz“.

Die Preisverleihung wird im Dezember anlässlich des Lean & Green Summits stattfinden. Informationen und Anmeldung: Hier

Bereits zum fünften Mal führen die Beratungsunternehmen GrowtthConsulting Europe und Quadriga Consult  den „Lean & Green Management Award“ durch. Der industrieübergreifende Benchmark ist in seiner gesamtheitlichen Ausrichtung einzigartig. Bewertet werden sowohl Prozesslösungen aus dem Bereich des Lean-Managements als auch dem Energie- und Umweltmanagement. „Erst in der Verbindung ergibt sich dann eine ganzheitliche Bewertung der  Ressourceneffizienz. Wir durchleuchten  Prozesse und Strukturen aus unterschiedlichen Perspektiven und ermöglichen so eine umfassende Sicht auf die Unternehmen. Diese erhalten direkte Anregungen für die nächsten Entwicklungsmöglichkeiten“, erläutert Daniel Reichert, Projektleiter des Awards. Alle Teilnehmer profitieren von dem industrieübergreifenden Praxisaustausch und einem detaillieren Feedback im Rahmen der Vor-Ort Besuche. Viele Unternehmen nutzen die Gelegenheit um jährlich ein Feedback und Benchmark zu bekommen. „Insbesondere vielen KMUs bietet der Award eine Gelegenheit umfangreichen Input aus anderen Unternehmen und Industrien zu erhalten“, erklärt Reichert.

Nun stehen die Award-Gewinner 2016 in den jeweiligen Kategorien fest:

  • Automotive OEM/Konzern: BMW Group – Werk München
  • Automotive KMU: Bolta Werke – Leinburg/Diepersdorf
  • Allgemein produzierende Industrie OEM/Konzern: Rohde & Schwarz Messgerätebau – Memmingen
  • Allgemein produzierende Industrie KMU: Neuenhauser Maschinenbau – Geeste-Dalum
  • Sonderpreis: Festo – Technologiefabrik Scharnhausen

Bei allen Teilnehmern hat sich dieses Jahr bestätigt, dass Führung ein zentrales Erfolgskriterium ist. Den besten Unternehmen ist klar, dass eine nachhaltige Verankerung der Lean & Green-Gedanken im Unternehmen nicht nur eine Aufgabe des Top-Managements ist, sondern über alle Ebenen hinweg  „gelebt“ werden muss. Tägliche Besprechungen vor Ort, kontinuierliche Verbesserungsroutinen, Visualisierung und Transparenz sind hierzu wichtige Stichworte.

Lean & Green stellt dabei die Basis, an denen Digitalisierung und Industrie 4.0 Anwendungen anknüpfen. Aufbauend auf schlanken und ressourcenschonenden Prozessen nutzen die Unternehmen digitale Vernetzungsmöglichkeiten, um z.B. Energieverbräuche mit Produktionsdaten zu koppeln und dadurch deutlich zu senken.

Die Bewertung der Award-Teilnehmer erfolgte im ersten Schritt mittels einer Datenerhebung auf Basis eines Fragebogens. Im zweiten Schritt führten die Berater von Growtth Consulting und Quadriga Consult „Lean & Green Assessments“ bei den Unternehmen vor Ort durch. Eine Experten-Jury bewertete abschließend die Ergebnisse und ermittelte die Top-Performer.

Und das sind die Sieger des „Lean & Green Management Awards 2016“ im Schnelldurchlauf:

BMW München: Exzellenz in Führung und Strategie

Die Jury beindruckte, wie im Münchner Stammwerk des Automobilherstellers neue Führungs- und Verbesserungsroutinen angewendet werden. Eine unter hoher Einbindung der Führungskräfte entwickelte Werksstrategie bildet die Basis für eine mitarbeiterorientierte Unternehmenskultur und einen hierarchieübergreifenden Zielmanagementprozess. Das Werk im Herzen der bayrischen Landeshauptstadt verfügt zudem über zukunftsweisende Konzepte, um nachhaltig sowohl Lean als auch Green zu fertigen. Unter anderem legt das Unternehmen beim Neubau der Lackiererei höchsten Wert sowohl auf innovative Prozesstechnologien als auch auf eine massive Reduzierung des Ressourcenverbrauchs.

Bolta Werke: Umweltschutz und Mitarbeiterentwicklung als regionale Aufgabe

Die Bolta Werke aus Leinburg/Diepersdorf bei Nürnberg fertigen oberflächenveredelte Komponenten wie z.B. Kühlerschutzgitter, Unterfahrschutz und Zierleisten. Lean als auch Green wird am Standort großgeschrieben. So wurden beim Neubau der Galvanik innovative Umweltschutzlösungen realisiert und es wird besonders Augenmerk auf regionalen Bezug in der Lieferkette gelegt. Investitionen in eigene Gasversorgung und Blockheizkraftwerke unterstreichen den Einsatz umweltfreundlicher Technologien und den sorgsamen Umgang mit Ressourcen. Auch die Mittarbeiterentwicklung nimmt bei Bolta einen zentralen Stellenwert ein. Als Mittelständler baut man eine eigene Akademie auf, um kontinuierlich die eigene Belegschaft weiterzuentwickeln und Lean & Green nachhaltig zu verankern.

Rohde & Schwarz: Aus Lean & Green wird eins – integrierte Ansätze für maximale Ressourceneffizienz

Ressourcen effektiv und effizient zu nutzen (Ressourceneffizienz) sowie Produkte verschwendungsfrei zu produzieren (Lean), bildet bei der Rohde & Schwarz  Messgerätebau GmbH den Ausgangspunkt für alle Aktivitäten. In beeindruckender Weise gelingt es dem Werk in Memmingen Lean & Green Elemente zu verknüpfen und als Teil des Produktionsleitbildes kontinuierlich zu entwickeln. Eine konsequente Ausrichtung der Fertigung an Wertströmen und die Erfassung von Ökobilanzen der Produkte hilft dabei den definierten Zielzuständen schrittweise näherzukommen.

Neuenhauser: Kreativität und Wachstum durch Lean & Green in der Lohnfertigung

 Im norddeutschen Geeste-Dalum nahe der holländischen Grenze fertigt die Neuenhauser Maschinenbau GmbH NCAS Komponenten, Zusammenbaugruppen und Systeme für die Nutzfahrzeug- und Landmaschinenindustrie. Die Fertigung ist eine Variantenfertigung im „one-piece-flow“ wobei die Hauptprodukte nach dem „just-in-sequence Prinzip“ produziert und ausgeliefert werden. Schlanke Prozesse und ein junges und motiviertes Team stellen dabei die Basis für die weitere Wachstumsstrategie des Lohnfertigers. Zudem kommen kreative Ansätze und selbstentwickelte Lösungen zum Einsatz. Z.B. ist die installierte LED Hallenbeleuchtung eine Eigenentwicklung der Neuenhauser-Gruppe. Entwickelt wurde diese für den Eigenbedarf und wird nun in einem eigenen Geschäftsbereich erfolgreich vermarktet.

Festo AG & Co. KG: Konsequente Nutzung von Lean & Green beim Neubau der Technologiefabrik Scharnhausen

Im Jahr 2012 wurde bei Festo damit begonnen die Technologiefabrik in Scharnhausen bei Stuttgart zu bauen.  Chancen, die ein Werksneubau bietet, wurden dabei konsequent genutzt. Produktive und energieeffiziente Prozesse sowie eine nachhaltige und umweltbewusste Fertigung zeichnen die Fabrik heute aus. Mit 1200 Mitarbeitern werden dort Ventile, Ventilinseln und Elektronik gefertigt. Green ist ein integraler Bestandteil der Werksstrategie und wurde konsequent in technische Innovationen in allen Bereichen der Hallen- und Gebäudetechnik umgesetzt.

Beim letztjährigen Preisträger und Gastgeber Robert Bosch GmbH in Blaichach/Immenstadt wird am 5. und 6. Dezember anlässlich des Lean & Green Summits die Preisverleihung stattfinden. Die Teilnehmer haben dort Gelegenheit, Erfahrungen zum Thema Ressourceneffizienz auszutauschen und können in einer Werksbesichtigung praxisnah erfahren, wie sich Lean-Managementansätze mit Green-Aspekten und Industrie 4.0 Anwendungen intelligent verknüpfen lassen.

Zur Anmeldung geht es hier


Der Lean & Green Management Award 2016

29. Februar 2016

Bis August werden die Teilnehmer des diesjährigen Lean & Green Management Awards durch eintägige Lean & Green Assessments besucht und bewertet. Dann entscheidet die unabhängige Jury welche Unternehmen der produzierenden Industrie die Preisträger des diesjährigen Awards werden. Am 5-6 Dezember 2016 werden die Preise im Rahmen des Lean & Green Summits feierlich übergeben. Ausgezeichnet werden die erfolgreichsten Konzepte für einen effizienten und nachhaltigen Umgang mit Ressourcen. Der Award richtet sich sowohl an KMU als auch an OEM & Konzerne und wird in Kooperation zwischen der Zeitschrift »Automobil Industrie« und den Beratungsunternehmen »Growtth® Consulting Europe« und »Quadriga Consult« vergeben.

Der Lean & Green Summit findet beim Vorjahrespreisträger, der Robert Bosch GmbH in Blaichach/Immenstadt, statt.

Teilnahmeinformationen und Download des Fragebogens finden Sie: HIER


Lean & Green Summit 2015 – Preisverleihung und Erfahrungsaustausch

12. November 2015